Evangelische Kirche Geltow

Weithin sichtbar grüßt der schlanke Turm der Geltower Kirche mit seiner spitzen Haube über die Baumwipfel und die Havel. Als markantes Wahrzeichen der Kulturlandschaft am Schwielowsee prägt der neogotische Backsteinbau das Ortsbild. Die Kirche gilt mit ihrem farbenfrohen Dach als eines der sehenswertesten Baudenkmäler der Region.

Vom königlichen Protektorat zum Neubau

Ähnlich wie im benachbarten Caputh war der Vorgängerbau – eine 1727 errichtete Fachwerkkirche – Mitte des 19. Jahrhunderts baufällig und für die wachsende Gemeinde zu klein geworden. Das damalige Kronprinzenpaar Friedrich Wilhelm (der spätere 99-Tage-Kaiser Friedrich III.) und Victoria übernahm das Protektorat für den Neubau. Sie nahmen persönlichen Anteil an der Gestaltung, da Geltow zum königlichen Gutsbezirk gehörte.

Nach Plänen des Regierungsbaumeisters Emil Gette entstand zwischen 1885 und 1887 der heutige Bau. Anders als bei der Caputher Kirche (Rundbogenstil) entschied man sich hier für die Formen der Neogotik. Ein besonderes Merkmal sind die glasierten Dachziegel, die in einem Muster aus Rot, Grün, Gelb und Braun verlegt wurden und dem Gebäude eine lebendige Ausstrahlung verleihen. Am 22. Dezember 1887 fand die Einweihung in Anwesenheit des Kronprinzenpaares statt.

Innenraum und Ausstattung

Der Innenraum wird von einer hölzernen Deckenkonstruktion überspannt und besticht durch seine klare Gliederung. Ein Herzstück ist die historische Orgel des Potsdamer Orgelbauers Carl Ludwig Gesell, die ihren neogotischen Prospekt bewahrt hat und 2013 umfassend restauriert wurde. Auch Altar und Kanzel stammen aus der Erbauungszeit; ein Porträt Friedrichs III. in der Kirche erinnert noch heute an den königlichen Förderer.

Sanierung und heutiges Gemeindeleben

Nachdem die Bausubstanz über Jahrzehnte gelitten hatte, konnte die Kirche nach der politischen Wende in mehreren Bauabschnitten (Turm, Dach, Innenraum) saniert werden und erstrahlt heute wieder in neuem Glanz. Sie ist nicht nur Mittelpunkt einer aktiven Gemeinde, sondern als „Offene Kirche“ auch ein kultureller Anziehungspunkt, etwa für die regelmäßig stattfindenden Konzerte des „Geltower Orgelwinters“.

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Am Wasser 52

14548 Schwielwosee OT Geltow

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