1. William-Konzert Erläuterungen zum Programm

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# 2.1 Orgelwinter Geltow

1. William-Konzert Erläuterungen zum Programm

Der junge, talentierte südkoreanische Organist Sunghoon Kim eröffnet den 2. Orgelwinter in Geltow und spielt auch das erste William-Konzert. Namens- und Ideengeber für die William-Konzerte ist Harry Pruner, der den Orgelwinter ideell und finanziell unterstützt. Ziel ist die Förderung junger, begabter Organisten und Organistinnen. Ihnen soll eine Plattform für öffentliche Auftritte vor größerem Publikum geboten werden. Neben dem klassischen Repertoire sollen alle Konzerte auch Stücke der Moderne beinhalten, um damit Brücken zu bauen für zeitgenössische Orgelmusik, die im Besonderen auch jüngere Orgelkonzert-Besucher anspricht.

Susanne von Dewitz begrüßt Sie und gibt gegen Ende des Konzerts Worte auf den Weg mit.

Herr Kim wird einzelne Werke kommentieren.

Nach dem Konzert sind Sie passend zur Erntezeit herzlich zu Wein und Brezeln mit Gelegenheit zum geselligen Austausch eingeladen.

Johann Sebastian Bachs Präludium C-Dur (BWV 545) wurde vor 1717 wahrscheinlich in seiner Weimarer oder Arnstädter Zeit komponiert und ist durch virtuose Läufe und eine heitere Grundstimmung charakterisiert.

Der gebürtige Stuttgarter Barockkomponist Johann Jakob Froberger dürfte seine Ausbildung in Stuttgart erhalten haben. Mit 21 Jahren wurde Froberger Organist am Wiener Hof. Wenige Monate später, im November 1637 unternahm er eine dreieinhalbjährige Studienfahrt nach Italien zu Girolamo Frescobaldi und vor 1949 eine zweite. Er absolvierte später Reisen in Deutschland, den Niederlanden, England und Frankreich. Sein Einfluss auf und seine Bedeutung für die Tastenmusik ist allein mit jener Girolamo Frescobaldis im 17. sowie Fryderyk Chopins und Franz Liszts im 19. Jahrhundert vergleichbar. Sein Manuskript„Libro Quarto“, das er 1656 als prachtvollen Dedikationsband für den habsburgischen Kaiser Ferdinand III. zusammenstellte, ist eines der bedeutendsten Dokumente der barocken Tastenmusik und enthält das Capriccio VIII in g-moll, das sich durch eine harmonische Bandbreite und kontrapunktische Satzkunst auszeichnet.

In Leipzig veröffentlichte Bach zwischen 1731 und 1741 vier Teile der Clavier-Übung, einen Titel, den zuvor Johann Kuhnau, sein Vorgänger als Kantor an der Thomasschule, für ähnliche Sammlungen von Werken für Orgel und Cembalo verwendet hatte. Die Kompositionen sind sehr vielfältig und, obwohl der Titel etwas anderes vermuten lässt, schwer zu spielen. Bach behandelt alle Stile, Genres und Techniken für das Cembalo. Die Stücke des „Dritten Theils der Clavier-Übung“ sind Bearbeitungen der Katechismuslieder von Martin Luther, werden auch als deutsche Orgelmesse bezeichnet und wurden bereits zu Lebzeiten Bachs 1739 gedruckt. Bach schuf von jedem Choral zwei Versionen: eine für die große Orgel und eine für eine kleinere Orgel.

Sein Kyrie, Gott heiliger Geist (BWV 671) ist eine große fünfstimmige Choralbearbeitung für Orgel mit Pedal. Der Cantus firmus (die Choralmelodie) liegt im Orgelfuß (Bass) und wird von einem dichten, kontrapunktisch kunstvollen Geflecht der anderen Stimmen umgeben. Es verbindet den traditionellen strengen Satz (stile antico) mit Bachs Polyphonie.

Das Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit (BWV 672) ist dagegen ein kurzes und lebhaftes Orgelwerk, das ohne Pedal gespielt wird.

Christe, aller Welt Trost (BWV 673) ist ebenfalls eine kurze nur auf den Manualen zu spielende Chroalbearbeitung.

Kyrie, Gott heiliger Geist (BWV 674) ist das dritte Kyrie-Vorspiel in der Sammlung und vertont den gregorianischen beziehungsweise lutherischen Choral an den Heiligen Geist. Es besteht aus einer Fughetta, einem lebhaften, kontrapunktischen Satz, bei dem der Cantus firmus in den Stimmen verarbeitet wird, und wird auch auf den Manualen gespielt.

Allein Gott in der Höh sei Ehr (BWV 675) ist ein dreistimmiges Trio ohne Pedal (manualiter). Es vertont den gregorianischen Gloria-Hymnus auf Deutsch.

Allein Gott in der Höh sei Ehr (BWV 677) ist eine lebendige und farbenfrohe Fughetta und wird ebenfalls ohne Pedal gespielt.

Der Choral Dies sind die heiligen zehn Gebot (BWV 678) ist in der großen Version für zwei Manuale und Pedal mit dem Cantus firmus im Kanon komponiert und thematisiert die lutherische Fassung der Zehn Gebote.

Der gleichnamige Choral BWV 679 ist die kleine Version und als eine kurze, lebhafte dreistimmige Fughetta für Orgel ohne Pedal nur mit den Händen zu spielen.

Die vierstimmige Fuge Jesus Christus, unser Heiland, der von uns den Gotteszorn wandt (BWV 689) ist das großartige Finale. Das Thema ist gregorianisch geprägt. Trotz der Beschränkung auf die Manuale (ohne Pedaleinsatz) ist der Kontrapunkt von extremer Dichte, Kunstfertigkeit und expressiver Tiefe.

Johann Kaspar Kerll ist ein deutscher Organist, Cembalist und Komponist der Barockzeit und studierte in Wien und Rom bei Giacomo Carissimi und vielleicht auch bei Johann Jakob Froberger. Vermutlich ist er damals zum katholischen Glauben übergetreten. Seine Toccata V in C-Dur trägt den Untertitel „Tutta de salti“ (voll von Sprüngen) und ist ein virtuoses und farbiges Werk.

Der langsame Mittelsatz des Trio No. 4 in e-Moll (BWV 528) von Johann Sebastian Bach basiert teilweise auf einem Satz aus einer früheren Sinfonia (aus der Kantate BWV 76). Das Werk fordert höchste Präzision und Unabhängigkeit der Hände und Füße. Beide Werke verdeutlichen Bachs Meisterschaft im dreistimmigen Kontrapunkt (zwei Manuale und Pedal), bei dem jede Stimme völlig unabhängig und melodisch gleichwertig geführt wird.

Sunghoon Kim improvisiert anschließend über ein freies Thema.

Das Konzert endet mit der Fuge C-Dur (BWV 545), die eine wunderschöne Plastizität zeigt, klassisch regelmäßig gebaut und italienisierend-melodisch in der Stimmführung erscheint.

Literatur: Wikipedia, bachs-orgelwerke.de

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